Einführung
Manfred Kyber wurde am 1. März 1880 in Riga, Lettland geboren und starb am 10. März 1933 in Löwenstein bei Heilbronn.
Er war ein Autor, der Tiergeschichten und Märchen schrieb, die zugleich außerordentlich einfach
als auch tiefgründig sind. Der Kern seiner Tiergeschichten kann als das Resultat der Tatsache
betrachtet werden, dass er ein großer Tierfreund war, aber sie vermitteln auch Gedanken von
tieferer Natur.
Da das Copyright im Jahr 2003 abgelaufen ist (70 Jahre nach dem Tod des Autors), habe ich einige seiner Geschichten frei verfügbar gemacht und sie auch ins Englische übersetzt.
Es ist keine einfache Lektüre: diese Geschichten können sowohl anrühren als auch verstören.
Vorwort
Das Vorwort des Buchs "Das Manfred Kyber Buch" fasst es ganz einfach zusammen:
Tiere haben ihre Komik und ihre Tragik wie wir. Sie sind voller Ähnlichkeit und Wechselbeziehung.
Die Menschen glauben meist, zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund. Es ist nur eine Stufe
im Rad des Lebens. Denn alle sind wir Kinder einer Einheit. Um die Natur zu erkennen, muß
man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muß man in ihm den Bruder sehn.
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Inhaltsverzeichnis
Untenstehend sind einige Geschichten aus einem seiner Bücher. Sie erscheinen in der selben Reihenfolge wie in dem Buch. Die Anzahl der Seiten für jede Geschichte ist die Seitenanzahl in dem Buch, aus dem die Geschichten entnommen sind.
| Titel |
Buch- seiten |
Beschreibung |
| Der große Augenblick |
ca. 1 |
Eine kurze Geschichte von einem kleinen Vogel in einem Käfig, der davon träumt, frei zu fliegen. Eines Tages kommt der große Moment... |
| Stumme Bitten |
ca. 2 |
Eine Geschichte von einem jungen Hammel, der von der Herde weggebracht wird, von einem Mann, der nicht aussieht wie ein Schafhirte... |
| Der Pilger mit dem schleppenden Hinterbein |
ca. 2 |
Eine kurze Geschichte über einen kleinen Käfer, der krank und auf einer Pilgerreise ist. Er trifft eine Hummel, die eine tüchtige Hausfrau ist, aber sie scheint nicht zu begreifen, worum es bei seiner Pilgerreise geht... |
| Alräunchen |
ca. 18 |
An einem regnerischen Februartag wird ein kleiner Junge geboren, dem die Ärzte keine guten Überlebensschancen geben. Er scheint behindert, wie ein Wurzelmännchen, das man aus der Erde herausgerissen hat -- eine kleine Alraune. Alräunchen wird von den gebildeten (oder auch nur eingebildeten) Leuten oft als dummer Junge bezeichnet. Doch Alräunchen hat viele Fragen und sieht und hört Dinge, die die gebildeten Leute gar nicht wahrnehmen... |
| Freundschaft |
ca. 3 |
Die Geschichte eines Korbflechter und seines Hunds, die am Ufer des Zuger Sees leben. Der Korbmacher flicht weiterhin seltsame alte Muster, ähnlich denen, die von Archäologen dort ausgegraben wurden, wo früher urzeitliche Pfahlbauten gewesen waren. Die Archäologen scheinen eine Menge zu wissen, aber sowohl der Korbflechter als auch sein Hund wissen mehr... |
| Karlchen Krake |
ca. 6 |
Im Mittelmeer sind die Bewohner sehr verschieden, und so ist auch ihre Unterhaltung. Die Charaktere reichen von naiv bis gebildet, aber zum Schluss erreicht die scheinbar Naive wirklich ihr Ziel... |
| Das Land der Verheißung |
ca. 38 |
Ein Mönch hatte seinen Gott in der Klosterzelle nicht finden können. Also verläßt er sein Kloster, um ihn in der Einsamkeit eines wilden Waldes zu suchen... |
| Der Königsgaukler |
ca. 32 |
In Indien wird einem armen Ehepaar der untersten Kaste ein Sohn geboren. Seine Mutter glaubt, er sein ein Königssohn, obwohl ihr Mann darüber lacht. Bald darauf kommt die Pest in den Ort und die Eltern fliehen, aber die Pest holt sie ein... |
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Quelle
Das Manfred Kyber Buch, Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek 1985 (oder früher), Gebunden, 408 Seiten, ISBN 3-498-03420-0.
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